Kirchen

Reformierte Kirchgemeinde Tschlin / Ramosch

Präsidium:

Georg Häfner

Prà da la Faira 161

7558 Strada

081 866 32 24

georg@stradaconsultaziuns.ch

 

Pfarramt:

Pfarrer Christoph Reutlinger

Chasa da pravenda

7559 Tschlin

081 866 32 63

christoph.reutlinger@gr-ref.ch

 

 

Kirche San Plasch, Tschlin

Die Baustubstanz der Mauern des Kirchenschiffs der Kirche San Plasch in Tschlin stammt aus dem Mittelalter. Das heutige spätgotische Gebäude wurde kurz vor der Reformation 1515 errichtet. Der Kirchturm mit dreigeschossiger Glockenstube schliesst im Osten an die Fassade an, zeigt romanischen Stil und trägt ein Zeltdach. Schiff und Chor werden von einem durch Rankenmalerei verzierten Sterngewölbe getragen. An den Wänden finden sich Gemälde aus der Gründungszeit, die die Verfolgung und Gefangennahme des heiligen Blasius (romanisch Plasch) zeigen, unter dessen Patroziunium die Kirche ursprünglich auch stand. Die durch hochwertige Schnitzereien verschönerte Kanzel aus der Barockzeit datiert auf das Jahr 1709. Im Chor findet sich ein Bibelschrank aus der Zeit des Rokoko ca. 1760. San Plasch wurde 1959/1960 und letztmals 2008-2011 einer Restaurierung unterzogen.

 

Kirche Sonch Flurin, Ramosch

Die Baselgia Sonch Flurin (Florinuskirche) in Ramosch ist nach der Churer Martinskirche die zweitgrösste reformierte Kirche im Kanton Graubünden. Sie hat ein Fassungvermögen von fast 450 Personen und gründet in ihrer jetzigen Gestalt auf einem 1522 fertiggestellten Neubau. Früher diente der Sakralbau als Wallfahrskirche, zu der die Menschen wegen der Legende von einem Pfarrer namens Florinus pilgerten, der im siebten Jahrhundert Pfarrer in Ramosch gewesen war und Wunder wirkte. Die Florinuskirche ist ein spätgotischer Kichenbau. Bemerkenwert ist der Wandtabernakel an der linken Seite des Chorraums. Im Jahre 1499 im Schwabenkrieg wurde die Kirche von den Österreichern geplündert und teilweise zerstört. Die Kirche wurde mehrmals einer Renovation unterzogen: in den Jahren 1522 mit dem Neubau, 1750, 1805 und 1907. 1926 wurde der unansehnliche und nur behelfsmässige Turmhelm, der nach dem grossen Ramoscher Dorfbrand vom 16. Juli 1880 zusammen mit den Glocken den zerstörten Turm ersetzt hatte, entfernt und der heutige aufgesetzt. Die Kirche Sonch Flurin steht unter kantonalem Denkmalschutz. Sie ist durchgehend für die Öffentlichkeit zugänglich.

Reformierte Kirche Strada

Die reformierte Kirche in Strada steht unter Denkmalschutz des Kantons Graubünden. Die Kirche wurde Ende der Bündner Wirren in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gebaut, als die Siedlung Chaflur von habsburgischen Truppen unter dem Oberbefehlshaber Alois Baldiron völlig zerstört war und nicht mehr in ursprünglicher Grösse aufgebaut wurde. Stattdessen wurde Strada als neugegründeter Weiler direkt an den Inn gebaut. Die Kirche ist ein einheitlicher Barockbau. Der Turm trägt über Wimpergen eine Rundkuppel mit Aufsatz, während das Kirchenschiff von einem Walmdach bedeckt ist. Das Kircheninnere wird dominiert von einer erhöhten, ornamentreichen und polygonalen Kanzel ohne Schalldeckel. Im Chor befinden sich zentral ein Tauftisch, auf dem nach reformierten Bündner Brauch auch das Abenmahl gefeiert wird, und dahinter steht die Orgel.

Reformierte Kirche Vnà

Auch diese Kirche steht unter Denkmalschutz des Kantons Graubünden. Die Enstehungszeit des heutigen Kirchgebäudes liegt quellenkundlich im Dunkeln. Nach den Bündner Wirren Mitte des 17. Jahrhunderts und im gesamten 18. Jahrhundert bestanden zum benachbarten Ramosch grosse Spannungen, da die Bündner Synode Vnà einen eigenen Pfarrer bewilligt hatte, das deutlich grössere Ramosch diese Vereinbarung aber mit verschiedenen Auflagen erschwerte. Nachteilig für Vnà wirkte sich u.a. aus, dass das Dorf über keinen eigenen Friedhof verfügt und somit jede Beerdigung eine Amtshandlung war, in die Ramosch involviert war. Der Kirchturm mit einstöckiger Glockenstube und zweigegliederter Öffnung derselben in jede Himmelrichtung trägt ein recht flaches Zeltdach über Wimpergen. Der Grundriss des mit einem Walmdach gedeckten Kirchenschiffs ist auffallend asymmetrisch. Die schalldeckellose Kanzel beschliesst den durch einen Rundbogen vom Kirchenraum separierten und von einem filigranen Netzgewölbe überzogenen Chor, in dessen Mitte sich der Tauftisch befindet. Ein kleines Rundfenster im Chor zeigt die aufgeschlagene Bibel und betont so das reformatorische Prinzip "Sola scriptura". 1963 wurde im Ramen einer Restauration Wandgemälde freigelegt und konserviert.

Reformierte Kirche Martina

Die reformierte Kirche Martina steht ebenfalls unter Denkmalschutz des Kantons Graubünden. Die Kirche wurde erst 1707 errichtet, nachdem die Bündner Wirren abgeklungen waren und die konfessionelle Lage sich so stabiliert hatte, dass die reformierte Konfession im Unterengadin nach den Verwüstungen der Dörfer im Grenzgebiet zur gegenreformatorisch aktiven Habsburgermonarchie und nach den Jahren des Verbots und der Ausweisung aller Pfarrer wieder eine Zukunft hatte. Der Kirchturm ist ein Campanile mit Zwiebelhelm, das Kirchenschiff wird durch ein Satteldach bedeckt. Das barockisierende Kircheninnere zeigt eine Komposition von schalldeckelloser Kanzel links vom Chor und Orgel rechts, die beide auf den zentralen Tauftisch verweisen. Auf dem Rundbogen zwischen Chor und Schiff findet sich die erste Bitte des Vater Unser-Gebets "Fat sonch vegna teis nom" (geheiligt werde dein Name in Vallader).

Katholische Kirche Martina

Obwohl die Gemeinde protestantisch war, wurde durch die Zuwanderung von Katholiken aus dem Tirol, Südtirol oder der Surselva der Wunsch nach einer katholischen Kirche laut. Pater Superi konnte dann 1902 den Bau der katholischen Kirche realisieren. Heutzutage wird die Kirche nur noch wenig benützt. Die Katholiken der Gemeinde Valsot werden vor allem von der Katholischen Kirchgemeinde Samnaun betreut.